BVG train in berlin BVG train in berlin

Moderne Fahr­gast­sta­tis­tik-Platt­form für die Ber­li­ner Verkehrsbetriebe


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BVG train in berlin

Logi­stics & Transport  - Moderne Fahr­gast­sta­tis­tik-Platt­form für die Ber­li­ner Verkehrsbetriebe



Kurz zur Geschichte






Die Ber­li­ner Ver­kehrs­be­triebe (BVG) sind das Rück­grat der Mobi­li­tät in der deut­schen Haupt­stadt. Gegrün­det im Jahr 1928 durch den Zusam­men­schluss meh­re­rer pri­va­ter und öffent­li­cher Ver­kehrs­un­ter­neh­men, blickt das Unter­neh­men auf eine fast 100-jäh­rige Geschichte zurück, die untrenn­bar mit der Ent­wick­lung Ber­lins ver­bun­den ist. 

Heute ist die BVG das größte Nah­ver­kehrs­un­ter­neh­men im deutsch­spra­chi­gen Raum und beför­dert mit U‑Bahn, Stra­ßen­bahn, Bus und Fähre jähr­lich über eine Mil­li­arde Fahr­gäste sicher und zuver­läs­sig. 

Um die­ses Netz daten­ba­siert zu steu­ern und wei­ter­zu­ent­wi­ckeln, braucht die BVG eine ver­läss­li­che Daten­ba­sis – für jede Linie, jeden Hal­te­punkt, jede Stunde des Tages. 



Aus­gangs­lage


Das bestehende Sys­tem zur Fahr­gast­sta­tis­tik war über viele Jahre kon­ti­nu­ier­lich erwei­tert wor­den und bil­dete die Grund­lage eta­blier­ter fach­li­cher Pro­zesse.  

Mit wach­sen­dem Daten­vo­lu­men und stei­gen­den Anfor­de­run­gen an Detail­tiefe, Aktua­li­tät und Aus­wer­tungs­breite nahm der ope­ra­tive Auf­wand jedoch spür­bar zu. 

Die struk­tu­rierte Ein­bin­dung zusätz­li­cher Daten­quel­len sowie die Ver­knüp­fung mit neuen ana­ly­ti­schen Anfor­de­run­gen lie­ßen sich nur mit erhöh­tem manu­el­lem Auf­wand umset­zen. Vor die­sem Hin­ter­grund ent­stand das Ziel, die Daten­auf­be­rei­tung durch Erwei­te­rung, Auto­ma­ti­sie­rung und Bün­de­lung in einem zen­tra­len Sys­tem zu kon­so­li­die­ren. Dadurch kön­nen interne und externe Anfra­gen zukünf­tig schnel­ler und trans­pa­ren­ter bear­bei­tet wer­den und es wird zuneh­mend mög­lich, daten­ba­sierte Hand­lungs­emp­feh­lun­gen auch pro­ak­tiv abzu­lei­ten. 

Ziele und Herausforderungen


Kom­ple­xi­tät

Die eigent­li­che Her­aus­for­de­rung lag nicht im tech­ni­schen Ersatz, son­dern in der fach­li­chen Tiefe des Sys­tems. Für eine voll­stän­dige Fahr­gast­sta­tis­tik müs­sen hoch­kom­plexe Daten­quel­len naht­los zusam­men­ge­führt wer­den. Dazu gehö­ren tages­ba­sierte Fahr­p­lan­da­ten, die auto­ma­ti­schen Zähl­da­ten der Fahr­zeuge sowie geo­gra­fi­sche Infor­ma­tio­nen wie Hal­te­stel­len und Tarif­be­rei­che. Erst durch diese Ver­knüp­fung ent­steht ein prä­zi­ses und aus­wert­ba­res Gesamtbild.

Hinzu kommt: Nicht alle Fahr­zeuge im BVG-Netz sind mit auto­ma­ti­schen Zähl­ge­rä­ten aus­ge­stat­tet. Für Fahr­ten ohne Zähl­da­ten müs­sen Hoch­rech­nun­gen aus ver­gleich­ba­ren, gezähl­ten Fahr­ten abge­lei­tet wer­den – ein sta­tis­tisch anspruchs­vol­les Kern­stück der Platt­form. Die Hoch­rech­nungs­lo­gik basiert auf einer spe­zi­ell ent­wi­ckel­ten fach­li­chen Abbil­dung kom­ple­xer Linienzusammenhänge.

Die Ziel­set­zung 

Die Migra­tion des Alt­sys­tems war bewusst als Chance begrif­fen wor­den: nicht als 1:1‑Ablösung, son­dern als Grund­stein­le­gung für eine zukunfts­fä­hige, erwei­ter­bare Ana­ly­tics-Platt­form. Die Kern­ziele: 

  • Voll­stän­dige Ablö­sung des Legacy-Sys­tems ohne Daten­ver­lust und ohne Betriebs­un­ter­bre­chung 
  • Auf­bau einer cloud-nati­ven Daten­platt­form auf Basis moder­ner Archi­tek­tur­prin­zi­pien 
  • Hoch­gra­nu­lare KPI-Bereit­stel­lung: Ein­stei­ger, Aus­stei­ger, Aus­las­tung, Per­so­nen­ki­lo­me­ter – auf Linien‑, Fahrt‑, Hal­te­stel­len- und Stun­de­nebene 
  • Eigen­stän­dig bedien­ba­rer Frei­gabe-Work­flow für Hoch­rech­nungs­er­geb­nisse und offi­zi­elle Berichte 
  • Ska­lier­bare Grund­lage für zukünf­tige Anwen­dungs­fälle wie Takt- und Ange­bots­op­ti­mie­rung 

Die Archi­tek­tur


Die Platt­form wurde gemein­sam mit der BVG-IT voll­stän­dig cloud-nativ auf Micro­soft Azure auf­ge­baut und folgt einer klar struk­tu­rier­ten Medal­lion-Archi­tek­tur im Data Lake­house-Ansatz. Archi­tek­tur­ent­schei­dun­gen wur­den eng zwi­schen BVG-IT, Fach­ge­biet und synvert abge­stimmt und stüt­zen sich auf fach­li­ches sowie IT-sei­ti­ges BVG-Know-how. 

Inges­tion & Ver­ar­bei­tung 

Eine ver­teilte Com­pute-Schicht über­nimmt die voll­au­to­ma­ti­sierte Anbin­dung aller Quell­sys­teme und die stu­fen­weise Trans­for­ma­tion der Daten. Jede Trans­for­ma­tion ist nach­voll­zieh­bar, jeder Ver­ar­bei­tungs­schritt iso­liert und eigen­stän­dig ska­lier­bar. Die Orches­trie­rung der Pipe­lines erfolgt über einen dedi­zier­ten Work­flow-Layer. 

Daten­spei­che­rung: Bronze → Sil­ver → Gold → Gold-Result 

  • Bronze: Roh­da­ten lan­den unver­än­dert in der Landing Zone – voll­stän­dig rekon­stru­ier­bar 
  • Sil­ver: Berei­ni­gung, Nor­ma­li­sie­rung und Har­mo­ni­sie­rung über alle Quell­sys­teme 
  • Gold: Hoch­rech­nung, KPI-Berech­nung und fach­li­che Aggre­ga­tio­nen 
  • Gold-Result: Frei­ge­ge­bene, publi­zier­bare Ergeb­nisse für Report­ing und externe Kom­mu­ni­ka­tion 

Frei­gabe & Ana­lyse 

Eine eigens ent­wi­ckelte Web-Appli­ka­tion (Plotly Dash) gibt den Fach­an­wen­dern voll­stän­dige Kon­trolle über Hoch­rech­nungs­pa­ra­me­ter, Qua­li­täts­prü­fun­gen und die Frei­gabe von Ergeb­nis­sen für offi­zi­elle Kanäle – ohne IT-Abhän­gig­keit. Power BI stellt die frei­ge­ge­be­nen Kenn­zah­len für die kon­zern­in­terne Nut­zung bereit. 

 

Ser­vices von synvert a Glo­bal­Lo­gic company 


End-to-End aus einer Hand 

synvert hat die Umset­zung der Platt­form über alle Schich­ten hin­weg mit­ge­stal­tet und in Zusam­men­ar­beit mit der BVG rea­li­siert – von der Cloud-Pro­vi­sio­nie­rung bis zur KPI-Bereit­stel­lung im Dash­board: 

  • Pro­vi­sio­nie­rung der Azure-Infrastruktur: Blob Sto­rage, App Ser­vice, SQL-Ser­ver-Daten­bank 
  • Anbin­dung und His­to­ri­sie­rung aller Quell­sys­teme 
  • Auf­bau der Medal­lion-Archi­tek­tur im Data Lake­house 
  • Imple­men­tie­rung & Orches­trie­rung der Pro­zesse zwi­schen den ein­zel­nen Schich­ten 
  • Imple­men­tie­rungs­un­ter­stüt­zung bei der fach­li­chen Hoch­rech­nungs­lo­gik und KPI-Defi­ni­tio­nen 
  • BI-Sup­port: Ent­wick­lung der Busi­ness-Logi­ken und KPI-Deli­very via Power BI 
  • Ent­wurf und Imple­men­tie­rung der Dash-Web-Appli­ka­tion für Kon­fi­gu­ra­tion, Qua­li­täts­prü­fung und Frei­gabe 

Umgang mit his­to­risch gewach­se­nen Sys­te­men 

Die Fach­lo­gik des Vor­gän­ger­sys­tems wurde von der BVGIT im engen Schul­ter­schluss mit dem Fach­ge­biet Ver­kehrs­sta­tis­tik durch sys­te­ma­ti­sches Reverse Engi­nee­ring rekon­stru­iert und neu umge­setzt – mit synvert als archi­tek­to­ni­schem Spar­ring­part­ner und zusätz­li­cher Umset­zungs­ka­pa­zi­tät. Der lau­fende Betrieb der Fahr­gast­sta­tis­tik blieb dabei durch­ge­hend gewähr­leis­tet. 

Fach­li­che Tiefe, nicht nur Tech­nik 

Die Hoch­rech­nungs­lo­gik, die sta­tis­ti­sche Ablei­tung für Fahr­ten ohne Zähl­da­ten, die Defi­ni­tion der KPI-Hier­ar­chien: synvert hat nicht nur ein­fach ent­wi­ckelt, son­dern das fach­li­che Modell aktiv mit­ge­stal­tet. 

 

Lie­fe­rung / Abschluss


Die Zah­len 

XML-Abzug aus Quell­sys­tem: 4 Stun­den  →  ~15 Minuten

Daten­ver­ar­bei­tung zu Tabel­len: 2,5 Stun­den  →  ~60 Minuten

Fahr­gast­ho­ch­rech­nung: 4 Tage  →  ~30 Minuten

Frei­ga­be­auf­wand: manu­el­ler Pro­to­koll­pflege-Pro­zess  →  web­ba­siert auto­ma­ti­siert, mit sys­tem­ge­stütz­ter Emp­feh­lung und manu­el­ler Freigabe

Ent­wick­ler­ab­hän­gig­keit: 1 Per­son  →  ska­lier­ba­res Team

Was das bedeu­tet 

Was die Ver­kehrs­sta­tis­tik der BVG heute aus­zeich­net, ist nicht allein die Fähig­keit, Fahr­gast­sta­tis­ti­ken zu berech­nen – das konnte das alte Sys­tem grund­sätz­lich auch. Der Unter­schied liegt in der Geschwin­dig­keit und Fle­xi­bi­li­tät. Wie viele Men­schen sind am Mon­tag, dem 14. April 2025, zwi­schen 7 und 8 Uhr mor­gens mit der U5 vom Alex­an­der­platz zur Schil­ling­s­traße gefah­ren? Durch wel­che Tür sind sie ein- und aus­ge­stie­gen? Wie hoch war die Aus­las­tung des ver­wen­de­ten Fahr­zeugs? Sol­che Fra­ge­stel­lun­gen las­sen sich zukünf­tig deut­lich schnel­ler und ein­fa­cher beant­wor­ten – täg­lich aktua­li­siert und dyna­misch abruf­bar. 

Aus­blick 

Die Archi­tek­tur ist bewusst offen kon­zi­piert. Sie ermög­licht einen ein­fa­chen und kon­trol­lier­ten Zugriff auf Daten für unter­schied­li­che interne und externe Nut­zer­grup­pen. Gleich­zei­tig kann die Platt­form fle­xi­bel um wei­tere Daten­quel­len erwei­tert, für Data-Sci­ence-Anwen­dun­gen genutzt und das Dash­board bedarfs­ge­recht aus­ge­baut wer­den. Die Grund­lage dafür ist gelegt. 

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